Transparenz im BPM-Markt - BPM-Lösungen im Vergleich
Orientierung ermöglichen - den Horizont erweitern
Beinahe jedes Unternehmen, das sich für ein IT-gestütztes Prozessmanagement interessiert, klagt über die zu geringe Transparenz im Markt für BPM-Tools.
Hauptursache für diese Intransparenz ist die große Heterogenität der angebotenen Lösungen: Der Begriff "BPM-Software" wird von Tools zur Visualisierung von Prozessen genauso beansprucht wie von umfangreichen Portal Servern und EAI - Systemen. Nicht wenige Anbieter versuchen Interessierte davon zu überzeugen, dass ihre Lösung den gesamten BPM-LifeCycle abbildet, d.h. den Kreislauf der Erhebung, Analyse, Neu-Konzeption, organisatorisch/technischen Implementierung und des Controllings von Geschäftsprozessen vollständig unterstützt.
Dieses Selbstbewusstsein der Anbieter ist aus Sicht der Interessenten wenig hilfreich. Allzu häufig wird erst auf den zweiten Blick erkannt, dass die angebotene Lösung nicht wirklich zu den eigenen Bedürfnissen passt. Dieser Filterprozess ist aufwendig und fehlerträchtig - eine initiale, kompakte Phase der Orientierung kann ihn maßgeblich verkürzen. Gleichzeitig spricht vieles dafür, über den eigenen, derzeit wahrgenommenen Tellerrand zu schauen und zu verstehen, welche Themen mit BPM-Werkzeugen heute und morgen adressiert werden können, um eine Investitionsentscheidung mit Zukunft zu treffen.
Um die Orientierung zu erleichtern und gleichzeitig die Chance zur Horizonterweiterung zu bieten, werden die vorgestellten Lösungen thematischen Schwerpunkten ("Solution Tracks") zugeordnet. Die Anbieter erhalten die Gelegenheit, durch den direkten Bezug auf den Einsatzschwerpunkt konkret darzustellen, in welcher Form der Anwender durch ihre Lösung tatsächlich unterstützt wird:
Track A: Modellierung, Dokumentation, Analyse, Simulation
Um eine vollständige Transparenz der eigenen Unternehmensabläufe zu erhalten und die Prozesse an alle Beteiligten zu kommunizieren ist der Einsatz eines BPM-Tools für Prozessmodellierung und Prozessdokumentation fast alternativlos. Heutzutage werden bereits ganze Unternehmensmodelle mit grafischen Werkzeugen modelliert und dokumentiert. Aber auch im Umfeld von Zertifizierungen und dem Anforderungsmanagement kann der richtige Einsatz von BPM-Tools sehr sinnvoll sein. Die Verwaltung von Dokumenten und Formularen, sowie die Simulation von Prozessen zur Unterstützung bei der Optimierung gehören ebenfalls zu den Funktionalitäten dieser BPM-Tools.
Track B: BPM-Suiten/Human Workflow/SOA
Das optimale Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine, die passgenaue Integration menschlicher Prozessbeteiligter ist ein kritischer Erfolgsfaktor für eine moderne Prozessarchitektur. Human Workflow oder Human Interaction Workflow ist hier das Stichwort. Das aktive, aufgaben-orientierte Bearbeiten von Prozessen und Vorgängen steht hier im Vordergrund. Zu den Standardfunktionalitäten dieser Systeme gehören unter anderem das Eskalationsmanagement, die Generierung und Überwachung von Prozesskennzahlen und Formulargeneratoren. Auch die Verwaltung von Regel zur Steuerung komplexer Abläufe sind Bestandteil dieser Systeme.
In einer prozessorientierten IT-Architektur müssen SOA und BPM eine Symbiose eingehen. Der Aufbau einer SOA steigert die Agilität IT-gestützter Geschäftsprozesse. BPM-Tools ermöglichen diesen Aufbau durch eine prozessorientierte Serviceorchestrierung. In dieser Rolle stellen sie die Nachfolger der klassischen EAI-Systeme dar. Standardisierung und Harmonisierung der Systemlandschaften und der damit verbunden Prozesse ist in vielen Fällen mit der Notwendigkeit verbunden, Prozesse system-übergreifend zu steuern und zu automatisieren. Dafür müssen sich BPM-Systeme in eine SOA Infrastruktur integrieren können und gleichzeitig über eine hohe Funktionalität in Sachen System- und Datenintegration verfügen.
Track C: Prozssorientierte Lösungen
Dies sind Lösungen bei deren Entwicklung BPM-Technologie verwendet wurden und Bestandteil der Lösungsarchitektur sind. Beispiele dafür sind Lösungen für Rechnungseingang, Beschwerdemanagement oder HelpDesk.
Track C: Unternehmensarchitektur (EAM)
Die Unternehmensarchitektur (Enterprise Architecture) beschreibt das Zusammenspiel von Elementen der Informationstechnologie und der geschäftlichen Tätigkeit im Unternehmen, also deren Prozesse. Zielsetzung von EAM ist die systematische Analyse und Planung der Geschäftsprozesse, Applikationen und IT-Infrastrukturelementen. Ein Prozessmodell ist das Kernelement einer Unternehmensarchitektur.

